Rauchen macht unfrei

Gäbe es ein Medikament, welches gegen Nikotin immun machen würde, so wäre dies trotzdem nicht dafür geeignet, um mit dem Rauchen aufhören zu können.

Wäre es nicht schön, wenn es eine Pille oder Spritze gäbe, mit welcher man von jetzt auf gleich mit dem Rauchen Schluss machen könnte. Ohne Entzugserscheinungen und wochenlangen Kampf gegen die Nikotinsucht?

Das dachten sich auch verschiedene Pharmaunternehmen, denn ein derartiges Mittel würde ein riesiges Geschäft mit einem Umsatzpotential in Milliardenhöhe versprechen.

Im Juni 2012 erschien in der Zeitschrift "Wissenschaft aktuell" ein Artikel, in welchem davon berichtet wird, das bestimmte Gene in Leberzellen von Mäusen eingeschleust wurden. Daraufhin produzierten diese Leberzellen ein Antigen, welches an das Nikotin andockten und so verhinderten, dass das Nikotin in das Gehirn eingeschleust werden konnte, 

Durch diese genetische Manipulation der Leberzellen soll sich das Verlangen nach der Droge verringert werden.

Wie sie festgestellt haben wollen, dass die Mäuse nicht mehr rauchen wollten, wird nicht dargestellt. Durch weitere Tierversuche und klinische Studien an Menschen, sollte die Sicherheit dieser Methode noch untersucht werden. 

Der letzte wissenschaftlich Bericht über diese Methode stammt aus dem Jahr 2012, zumindest findet man unter diesem Suchbegriff keine Einträge mehr im Netz.

 

Im Focus erschien im August 2013 ein ähnlicher Artikel, der sich mit medikamentöser Suchttherapie zur Rauchentwöhnung befasste. Hier wird über einem Antigen mit dem Namen NicVAX-Vakzin geschrieben, welches in den USA getestet wurde. Laut dem Entwickler wären in ersten klinischen Versuchen (lächerliche) 16% nach einem Jahr rauchfrei. 

Auch von dieser Methode ist nichts mehr im Netzt zu finden.

 

Interessant ist der Schlusssatz des Focus-Artikels, der sich auch mit anderen Nikotinersatzpräparaten z.B. Nikotinpflaster oder dem Mittel Zyban auseinandersetzt.

„Egal, ob Impfung, Pillen, Pflaster oder Beratung – einzeln liegen die Erfolgsquoten kaum höher als 25 Prozent“, weiß Suchtforscher Rüther. „Erst in der Kombination und mit fachmännischer Betreuung entfalten sie ihr ganzes Potenzial.“

 

Fazit: Diese Aussage von Suchtforscher Rüther lässt nur einen Schluss zu. Nikotin entwickelt auf Grund seiner Wirkung auf das Belohnungszentrum zwar eine Sucht, die Wirkung des Nikotins ist aber nach wenigen Wochen (3-4) verschwunden, da sich die Nervenzellen wieder regenerieren und alltägliche Glücksgefühle wieder, ohne zusätzlich Stimulanz von Nikotin, fühl- und spürbar werden.

Die Hauptursache für die Nikotinabhängigkeit ist nicht das Nikotin, sondern liegt in der Konditionierung bei bestimmten Reizen (Stimuli) ein Verlangen nach einer Zigarette zu entwickeln. 

Um dauerhaft rauchfrei zu bleiben ist deshalb die Verhaltenstherapie (Rauchentwöhnungstraining) die einzig erfolgversprechende Methode.